Erfolgsfaktor Webhosting für Onlineshops und Webportale

von Sascha Weilbächer (Kommentare: 0)

Beitrag im "Da Onleina" 01/2017

Mit unseren Profi-Servern und optimiertem Shophosting helfen wir Onlinehändlern an die Spitze.

Steigende Umsätze im E-Commerce, höhere Besucherzahlen, Daten in der Cloud, hohe Wettbewerbsdichte, strengere Bewertungskriterien bei Google & Co. - es gibt viele Gründe, warum Unternehmen beim Hosting nichts dem Zufall überlassen sollten. Worauf Sie bei der Auswahl ihres Hostings achten sollten und welche Themen Ihnen bei der Providersuche begegnen werden, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Unternehmer im E-Commerce sehen offenbar rosigen Zeiten entgegen. Für das laufende Jahr rechnet der HDE mit einem Umsatzvolumen von 44 Milliarden Euro netto im B2C-E-Commerce, was im Vorjahresvergleich einem Wachstum von 11 Prozent entspricht. Manche Analysten prognostizieren für 2018 einen E-Commerce Umsatz von über 99 Mrd. Euro in Deutschland. Was die Nutzerzahlen angeht, zählten 2015 bereits 73% der Bevölkerung in der BRD zu den Online-Käufern, 2014 waren es noch 61%. Ein Plus von sage und schreibe 12% innerhalb eines Jahres. Inzwischen beruhigen sich die Wachstumsraten jedoch und eine zunehmende Konzentration im E-Commerce ist zu beobachten. Knapp zwei Drittel des Gesamtumsatzes gehen an die TOP-100-Shops, innerhalb der Top 500 sind bereits 86% des Gesamtumsatzes aufgeteilt.

Der Markt ist in den vergangenen Jahren also erwachsen geworden. Damit steigen natürlich auch die Ansprüche der Konsumenten und deren Fehlertoleranz ist quasi nicht mehr vorhanden. Ladezeiten und Funktionalitäten der Onlineshops werden ebenso an den “Leadern des Onlinehandels” gemessen, wie Serviceleistungen und Sicherheit während des Kaufs. Mit zunehmender Verbreitung mobiler Endgeräte ist Surfen und Shoppen von jedem Ort zu jeder Zeit zur Normalität geworden. Die Verbraucher erwarten, dass der besuchte Onlineshop problemlos auf dem Smartphone oder dem Tablet funktioniert. Immerhin kommen dieser Erwartung derzeit bereits zwei Drittel der Shopbetreiber nach und verfügen über eine mobile Version i-ihres Shops oder stellen Apps für Android und iOS bereit.

Der Suchmaschinen-Gigant Google hat schon vor einigen Jahren begonnen, Ladezeiten und SSLVerschlüsselung immer stärker als Rankingfaktoren zu berücksichtigen. Man kann also durchaus behaupten, dass schnelle, sichere Shops mit optimierter Ausgabe für mobile Endgeräte bei der Internetsuche auch eher gefunden und angeklickt werden.

 

Performance & Ausfallsicherheit

Nicht nur Google und andere Suchmaschinenanbieter achten auf kurze Ladezeiten von Websites oder Onlineshops. Auch die Besucher selbst wollen ihre angefragten Inhalte am bevorzugt am liebsten sofort und ohne Zeitverzögerung sehen. Insbesondere wenn der Eindruck entsteht, dass nach dem Absenden eines Links zunächst nichts passiert, werden die User schnell ungeduldig und verlassen eine besuchte Website nach wenigen Sekunden. Im besten Fall versuchen Sie, die entsprechende Seite erneut zu laden, sorgen so aber für zusätzliche Last auf dem Server. Je nach eingesetzter Applikation und Besucheraufkommen gibt es unterschiedliche Methoden, die Performance zu steigern und für möglichst kurze Ladezeiten zu sorgen. Damit Ihre Applikation möglichst schnell läuft, sollten Provider und umsetzende Agentur im Idealfall gemeinsam ein Hostingkonzept erarbeiten.

Die wichtigsten Methoden im Überblick:

  • Webserver
  • Reverse Proxies
  • Cluster und Loadbalancer

1. Webserver

Fangen wir mit der Software an. Es muss nicht immer der Apache Webserver sein. Je nach Anforderung können Alternativen wie der Nginx oder auch der LIGHTTPD die Ladezeiten spürbar verbessern. Nicht zu unterschätzen ist ein Zusatznutzen wie das verbesserte Monitoring beim Zendserver. Es lohnt sich auf jeden Fall alternative Webserver auf ihre Eignung für den Onlineshop zu testen.

2. Reverse Proxies

Für kleinere und mittlere Onlineshops haben sich sogenannte Reverse-Proxys zur Steigerung der Performance bestens bewährt. Sie sind meistens leicht zu implementieren und verhältnismäßig kostengünstig zu betreiben. Einmal eingerichtet liefern diese Systeme zuverlässig statische Dateien wie
z.B. Bilder, PDF-Dokumente und auch die Styleanweisungen oder JavaScripts an den Browser aus. Der eigentliche Webserver wird so erheblich entlastet und hat mehr Ressourcen für die Zusammenstellung der dynamischen Bestandteile einer Website zur Verfügung. Damit in Spitzenzeiten wie der Weihnachtszeit ausreichend Rechenleistung für einen Onlineshop zur Verfügung stehen, können bei cloudbasierten Hostingpaketen Leistungsreserven vereinbart werden, die nach Nutzung abgerechnet werden.

3. Cluster und Loadbalancer

Der Verbund aus mehreren dedizierten Servern zu einem Cluster mit vorgelagertem Loadbalancer ist hier sicher als Premium-Lösung zu bezeichnen. Neben der hohen Performance sind Clusterlösungen sehr leicht skalierbar und ausfallsicher. In Kombination mit OpenStack können bei Leistungsengpässen neue virtuelle Systeme in Sekundenschnelle dem Cluster hinzugefügt werden. Schnelligkeit ist aber nicht alles. Ihr Shop soll nicht nur schnell, sondern vertrauenswürdig und hoch verfügbar sein. Was hilft der schnellste Shop, wenn er gehackt wurde und die Kundendaten im Netz herumschwirren, oder er in der besten Zeit mehr Offline als Online ist. Und natürlich sollte die Wartung des Shops nicht immer zu Angstschweiß beim Administrator führen.

Die wichtigsten Methoden im Überblick:

  • Virtualisierung
  • SSL Verschlüsselung
Screenshot www.digitalattackmap.com

1. Vorteile der Virtualisierung

Im Vergleich zum bereits angesprochenen Cluster lassen sich Hochverfügbarkeitslösungen mit Virtualisierungen wie VMware besonders für kleine und mittleres Shops kostengünstiger realisieren. Der Grund liegt darin, dass die Virtuelle-Maschine (kurz VM) schon innerhalb eines Clusters läuft, den sich mehrere Kunden teilen. Es gibt aber noch weitere Vorteile. Zum einen sind virtuelle Server leicht von einem physikalischen Server auf den nächsten zu übertragen. Notwendig wird dies z.B. wenn die Ressourcen eines Servers nicht mehr für einen fehlerfreien Betrieb einer Anwendung ausreichen. Da sich auch bei einem Umzug die Hardwareparameter für das System innerhalb der virtuellen Maschine nicht verändern, können Ausfälle nahezu ausgeschlossen werden. Ein weiterer Vorteil der Virtualisierung mit VMware sind die einfach anzulegenden Snapshots. Immer dann, wenn eine Änderung an der Applikation vorgenommen werden muss, kann durch einen Snapshot eine Momentaufnahme des Servers erstellt werden. Sie erinnern
sich an den Angstschweiß des Administrators? Der Snapshot kann per Klick im Fehlerfall wieder in Betrieb genommen werden. Geklonte Server sind insbesondere als Entwicklungsumgebung nützlich, auch um kritische Hardwarenahe Lösungen zu testen. Agenturen und Administratoren können Änderungen ausführlich Testen, in der Gewissheit, dass Entwicklungs-und Produktivserver mit identischen Systemvoraussetzungen aufwarten. Der Vollständigkeit halber sei jedoch erwähnt, dass die Virtualisierung von kompletten Servern marginale Performanceeinbußen mit sich bringt. In der Regel sind diese jedoch kaum spürbar und werden durch die Vorteile mehr als egalisiert.

2. Security

Bei vielen Aspekten zur Sicherheit haben Sie als Betreiber einer Website oder eines Onlineshops das Zepter - oder auch die Verantwortung - in der Hand. In einigen Punkten müssen Kunden jedoch dem Provider und seiner Technik und Kompetenz vertrauen. Die SSL-Verschlüsselung einer Webpräsenz sollte inzwischen zum Standard für einen Betreiber gehören, besonders wenn personenbezogene Daten zwischen Browser und Server ausgetauscht werden. Auch Google hat sie SSLVerschlüsselung seit August 2014 in seine Rankingfaktoren fest aufgenommen. Ein Basiszertifikat erhalten Sie bei vielen Providern kostenlos im Leistungsumfang der Hostingpakete. Diese Basiszertifikate sind meistens ausreichend. Mehr Vertrauen bei Besuchern und Kunden gewinnen Sie jedoch, wenn die Unternehmensdaten mitgeführt werden. Der Unternehmensname ist z.B. sofort in der Adresszeile der Browser sichtbar.

Natürlich gehen wir davon aus, dass Sie als Betreiber verfügbare Updates und Securityfixes für ihren Shop oder CMS immer schnellstmöglich in das System integrieren, aber was ist mit modernen Angriffen gegen Websites und Shops? In letzter Zeit werden vermehrt sogenannte DDoS-Angriffe eingesetzt, um einzelne Websites und Shops mit unzähligen Anfragen so massiv zu bombardieren, bis der Webserver vollständig zum Erliegen kommt. Für den Unternehmer bedeutet das in aller Regel große Umsatzeinbußen, Imageverlust, ein erhöhtes Supportaufkommen und je nach gebuchtem Tarif auch erhebliche Kosten für Traffic. Provider nehmen angegriffene Seiten als erste Maßnahme außer Betrieb und geben ein Hosting erst wieder frei, wenn die Gefahr gebannt, oder der Angriff beendet wurde. Da solche Angriffe leicht und kostengünstig im Darknet zu initiieren sind, werden DDoS-Attacken auch gerne genutzt um einen Kontrahenten zu schädigen. Um nur eine Zahl zu nennen: Verisign hat im 1. Quartal 2016 im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg der DDoS-Angriffsaktivität um 111 Prozent beobachtet. Für E-Commerce Unternehmen ist also auch im Hinblick der Gefahrenabwehr ein Partner hilfreich, der neben herkömmlichen Sicherheitsfeatures wie einer Web-Application-Firewall auch Erfahrungen und Mittel zur Abwehr auch von mehrstufigen DDoS-Attacken mitbringt.

Fazit

Neben Standardfunktionen und den leicht zu vergleichenden Faktoren wie Speicherplatz, Prozessorleistung und Arbeitsspeicher, sollten bei der Auswahl eines passenden Hosting-Angebots auch die Flexibilität, Sicherheit, Kompetenz und Erfahrung des Providers eine große Rolle spielen. Zum Einen ergeben sich daraus mögliche Verbesserungen in den Ergebnissen der Suchmaschinen, zum Anderen können Downtimes auf ein Minimum reduziert werden. Veränderungen der unternehmerischen Rahmenbedingungen sollten leicht in der gehosteten Umgebung berücksichtigt werden können. Ein individuelles Hostingkonzept, das von Agentur und Provider gemeinsam erarbeitet wird und die gegebenen Rahmenbedingungen wie die eingesetzte Plattform, Besucheraufkommen, Produktvielfalt genauso berücksichtigt wie ein kontinuierliches Wachstum, wäre letztlich optimal.

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